Türkei
Türkeireisen Badeurlaub in der Türkei
minarette & More
0Zurück in Berlin. Zurück aus Zypern. Zurück aus unweit von Larnaka. Dort in der Sonne. Am Meer. Im Meer. Es ist auch jetzt noch möglich, das Schwimmen im weiten, blauen Meer.
Berlin!
Kaum das Handy wieder angeschaltet gehabt und die in Limassol reparierte Armbanduhr Uhr um eine Stunde zurückgestellt, als jemand anrief und fragte, ob ich abends nicht einspringen könne? Es gäbe Kranke. Und das Spiel müsse unbedingt gewonnen werden. Dann sei man Herbstmeister und könne sich, dachte ich, in diesem Ruhme dann wohl auch baden und spiegeln.
Ich sagte zu. Wir trafen uns pünktlich am S-Bahnhof Hermannplatz.
Ich dachte, ich treffe auf alle aus der Mannschaft. Aber da stand nur einer. Ein Palästinenser. Lebt seit Ewigkeiten in Berlin. Ich glaub, er wurde hier sogar vor knapp 30 Jahren geboren. Er ist unser Bester.
Obama hat wahrscheinlich schon angerufen und der, eventuell aus seiner Sicht besten, Politpartnerin, Frau Merkel, nochmals klar gemacht, dass das mit mehr deutschen Soldaten zukünftig und vorerst am Hindukusch kein Scherz ist.
Wenn die Grenze iim Osten der Türkei nach Aserbaidschan auf ist, können die Amis von Incirlik bei Adana in der Türkei schon bald durchfahren ohne anzuhalten bis nach Afghanistan.Nahezu jedenfalls.
Klar doch, dass ich mal wieder nicht bei Karstadt am Hermannplatz vorbeigefahren bin. Diese Zweigstelle des Konzerns ist noch auf. Als User kommt man da irgendwie immer wieder vorbei. Wie Leute, die mit aller regelmäßigen Unregelmäßigkeit in die Moschee gehen, um zu beten.
Es soll in Moscheen ja vermehrt Betende geben, die sich nicht vorstellen wollen, mal einer Frau als Imama beim Gebet zu folgen als Mann. Schade, dass es wahrscheinlich die Mehrheit der Gläubigen sein dürfte, die da bei diesem Thema ganz schnell auf ganz traditionell nur noch angesprochen werden können.
Ich finde nun aber: es sollte mal in all den Talkshows zum Thema "weibliche Vorbeterin" gesagt werden, dass solange diese nicht vorgestellt werden kann und prakizierbar ist, solange sollte es für den europäischen Islam auch nur eine sehr wohl geringe Anzahl an Minaretten in den Städten Europas geben.
Das finde wahrscheinlich nicht nur ich,
Das geradezu Phallische an einem Minaret, – "Phallische" ist aus vielerlei Gesichtspunkten betrachtbar - .wäre so für Leute wie mich verständlicher und erträglicher in Szene gesetzt, höchstwahrscheinlich.
In die Szene ums Minaret, hat sich aauch die türkische Regierung eingebracht. Sie sagt, man soll sein Kapital aus der Schweiz abziehen und es in der Türkei anlegen.
Ein gewagter Schachzug.
Ein Schachzug, der mich fühlen lässt, dass die Schweiz, vielleicht stellvertreterisch, gerupft werden darf. Qadafi ist ja auch gleich aufgesprungen. 16 Monate Knast & most probably More beamen zwei Schweizer Geschäftsleute aufgebrummt! Die UN mausert auch der Minaret-Kampagne wegen. Mal sehen, wie die die Eidgenossen rupfen werden.
Von unserem Ahmedinedschad brauch ich wohl nicht zu sprechen. Mubarak in Ägypten wird wohl auch was gesagt haben dazu. Der in Syrien, der Asad, der will sich der Türkei anschließen bei diesem Thema. Berlin hat noch nicht so recht erkenntlich ausgeholt.
Das alles wird den Schweizern eine Art Impfung letztlich sein. Andere Leute gehen sich gegen Schweingrippe impfen anstatt. Bin gespannt, wie die UBS noch dran kommt. Und dann auch noch Dubaikrise….
Viel Schweizer Kapital soll durch oder wegen Dubai und dessen Geldfieberanfall den Bach runtergegangen sein – runtergehen.
Und Bäche unterspülen für gewöhnlich Land. auch dort, wo Land und Wasser auf alltäglichste Weise zusammenwirken.
Von solch einem Ort wollte ich noch erzählen.
Letzteres, weil ich war ja in Berlin angekommen und diesmal bei meinem Besuch der Insel praktisch gar nicht auf der türkischen Seite Zyperns gewesen, so dass es mich wohl auch daher heute Abend nach dem Spiel, bereits recht spät, dennoch in die Sonnenallee trieb – zu den Türken.
Zuerst hatte ich eine Mercimek, eine Linsensuppe, und zwar bei einem weiteren Türken in dieser Strasse – dort irgendwo. In dem anderen Laden dort wurde an Tischen gesessen. Ich setzte mich an den insgeheimen Stammtisch im Raum. Man sprach Türkisch.
Einer unter uns erzählte aus irgend einem Grunde einen Teil seiner Geschichte vom Dienst in der türkischen Armee. Er ist heute 52 Jahre alt und war ohne zeitliche Verzögerung damals eingezogen worden. Es sind inzwischen also bereits einige Jahre vergangen. In Deutschland ist er seit ungefähr 15 Jahren.
Er meinte, und ich erzähle es, weil es Ihnen als Metapher zur Zypernfrage dienlich sein mag. Ich weiß, dass diese Metapher gewagt sein dürfte. Ich bring sie dennoch hier an.
Also, er sprach davon, dass er eines Tages als neu eingezogener Rekrut vor einer der 4 Toiletten für knapp 150 Mannen von ihnen im Camp stand. Irgendwie war es ihm gelungen, sich als Dritter in die Reihe vor der Klotür zu quetschen.
Hier muss man nun wissen, dass zu jenerzeit, und vielleicht noch immer, wer weiß, den Ankömmlingen zum Militärdienst eine Substanz verabreicht wurde mit dem Essen, welche reinige, sagte er, man muss dann aufs Klo gehen.
Viele Rekruten standen und warteten keinesfalls geduldig.
Endlch war er vorne in der Reihe vor einer der Toiletten.
Es drückte ganz fürchterlich in ihm – fürchterlich. Unter einem Baum wollte er sein Geschäft keinesfalls erledigen, wie andere es taten aus Not.
In die Hose machen?
Er bat den in der Toilette drin sitzenden inbrünstig und wiederholt, sich zu beeilen. Doch von drinnen kam entweder gar keine Antwort oder wenn, dann ein gelangweiltes "Ja,ja!" oder so.
Auf dem Gipfel seiner Not vor der Toillette wagte der draußen Wartende deren Tür mit dem Oberkörper aufzurammen.
Wie man sich vorstellen kann, sind diese Orte zum Fekalien-entlassen auf türkischen Kasernenhöfen, vielleicht auch heute noch, nicht sonderlich verriegelbar, so dass die angerammte Tür aufsprang – und was sah der von draußen Hineinsehende?
Er sah einen Rekruten vor sich in der Hocke sitzend, wie es Millionen von Menschen täglich tun, um sich zu erleichtern. Der Unterschied zu dem größten Teil derseben nämlich war, dieser tüchtige Rekrut war fleißig am Onanieren mit der einen Hand. Mit der anderen hielt er sich einen kleinen Spiegel unter den Anus, wohl um dessen Spiegelbild wichsender Weise zu betrachten!
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Fatih Akin, mach Zypern!
0Fatih Akin, mach Zypern!
Was sagte Sehrazad, meine alte gute Freundin, heute
Nacht: „die Türkei wird immer stärker. Jetzt wollen die
Amerikaner noch mehr Soldaten für Afghanistan.
Morgen ist Freitag.
Mein Mann geht dann zur
Moschee. Dort sprechen sie nicht von diesem Thema. Dort wird
gebetet.“
Doch gewiss wird dieses
Thema, Truppenentsenden, in der einen oder anderen Predigt angesprochen, denke ich. Wohl
weniger wird davon die Rede sein, dass Frau Merkel, Herr Westerwelle
und Herr De Mecier finden: „Atombomben raus aus Deutschland!“
Insofern von Bedeutung Letzteres, wenn man denkt, es geht um das
Abwiegen der Zahl entsendbarer Soldaten nach Afghanistan. In der
Türkei gibt es zu dem Anliegen der USA an wohl die Meisten in der Welt anscheinend einen
Gerichtsbeschluss, der besagt, dass generell in unter Krieg stehende
Gebiete nicht entsandt werden kann. Erdogan wird uns seine Antwort
dazu für Obama vielleicht schon heute geben. Geben müssen?
Er sitzt halt schon auf
einem Schleudersitz, der Herr Erdogan. Wenn man bedenkt, dass Herr
Öcalan’s Sitz anstatt noch kleiner als Gefängniszelle geworden ist. Man hat ihn offenbar umgesiedelt. Jetzt ist sein Reich um
knapp mehr oder weniger als die Hälfte an Quadratmeterzahl gesunken.
Das Hinterland in der Türkei steht auch deswegen schon vorm Pranger,
dieser Art von Landnahme wegen, mit erhobenen Fäusten. Es rumort
dort schon wieder anscheinend kräftig. Und Letzteres auch noch, wo Die in Ankara
doch dachten, das alte gute Schreckgespenst, Kurden, an seinen Platz
verwiesen zu haben und dass dieses Gespenst fortan dem Aufschwung nicht all zu
hinderlich im Weg stehen wird. Traum geplatzt?
Filme sind ja eine Art
Traumhaftes. Minarette, finde ich, haben durchaus etwas Traumhaftes.
Fatih Akin, der türkisch-deutsche Filmautor, der vielleicht als
„deutsch“ lediglich bezeichnet werden mag, ist zu einer
Veranstaltung in der Schweiz nicht erschienen. Aus Protest.
Weiß ich auch nicht, was
ich davon genau halten soll. Als Filmer und Privatperson – und dann
noch bei den Themen, die er so in Filme fasst -, hatte er
wahrscheinlich nun endlich die Gelegenheit, seinen größten Horror,
nämlich, dass jemand seine Filme nicht mögen könne, niemand zur
Vorstellung kommt, zu verarbeiten mit seinem Wegbleiben, sozusagen
als Nichtagierend-Agierender das Ding in Szene zu setzen. Und das
Schöne: Das Ganze hat wirklich eine wahrhaft filmische Gestalt angenommen!
Es ist wie wahrer Film – gewesen.
Qadafi und sein
Diplomatencorps kommen derzeit auch nicht in die wahre Schweiz – auf Internetseiten, versteht sich, schon. Die Lybier dürfen
nicht rein. Fatih Akin sollte vielleicht genau auch deshalb das
Zypern-Ding mal auf seine Weise umsetzen filmisch.
Hoffe, dass ich dann
Gelegenheit haben werde, wieder in einen Film von ihm zu gehen. Der
„Gegen die Wand“ Film von ihm, hat mir eigentlich gefallen.
Müsste ihn aber nicht nochmals sehen. Und nach diesem Film dachte
ich mitbekommen zu haben, dass seine Filme sich irgendwie immer im
gleichen Teich bewegen könnten thematisch – irgendwie. Überprüft
habe ich es nicht. Doch, da war und ist diese Idee über sein
Schaffen; und dass das Zypern-Ding eingefangen von ihm und auf seine
Weise, wo auch immer und wie auch immer er es anfangen lassen wird
und verortet, gewiss interessant werden dürfte. Er könnte den
Dingen dort vielleicht ungeahnt – inzwischen nicht mehr – einen
Schub geben, der ein Lösungstool der Zypernfrage vorwegnimmt – welches
die ganze Zeit nicht ausreichend bedacht wird von den uns allen gut
gekannten anscheinenden Hauptprotagonisten dort und andernorts.
Gipfel – Mipfel!
0Der Gipfel, dem gewiss noch Gipfel folgen werden, der ist vorbei. Xristofias muss wohl auch in Kopenhagen zum Klimagipfel gewesen sein. Glaub, Erdogan war nicht dort, dafür aber Gül, der sich mit den Israelis auf höchster Ebene traf.
Ob wieder alles Friede, Freude, Eierkuchen ist?
Ein gewisses Spannungsfeld zwischen Ankara und Tel Aviv ist nun mal durch den Regierungsantritt der AKP in der Türkei entstanden. Das dürfte aus islamwissenschaftlicher Sicht noch einige spannende Facetten der Diskussion um Religion und Kultur am Leben halten und hervorbringen.
Die türkische Tageszeitung Hürriyet zeichnet das Bild eines zornig um sich regierenden Erdogan. Der jetzt sogar seine Polizei auf friedlich demonstrierende Eisenbahner zornerfüllt einwirken lässt. Ein anderer Komentator vergleicht in diesem Zusammenhang die Türkei mit Panama unter Noriega…… . Und dann auch noch die Dauerbrenner Kurden und Zypern im Nacken der Regierenden von Cankaya, Ankara.
Inzwischen ist es 3.30 Uhr Montag morgens. Die Musik hier in Neukölln klingt und ist orientalisch: Ein bisschen weniger oder mehr Türkei im weihnachtlichen Berlin. Die Geschehnisse in der türkischen Heimat scheinen hier niemand wirklich aus der Ruh zu bringen. Was könnten sie auch tun, dass Tayyip Erdogan und Abdullah Gül nicht bereits tun?
Erdogan scheint inzwischen viele seiner türkischen ideologischen Gegner durch seine Tatkraft zu überzeugen. Ich höre vermehrt einen gewissen Stolz auf diesen Mann vom Schwarzen Meer.
Ja, und/aber da ist noch das Thema Militär und Türkei. Der Basbug hat sich geäußert. Und wenn der sich äußert, äußert sich eben das Militär der Türkei. Die waschen noch immer die gleiche Wäsche mit der Regierung, die, des wer-hat-hier-das-Sagen!
Kann gut sein, dass sich das Letztere nicht nur, aber auch an der Schließung der Aydinlik Zeitschrift ablesen lässt. Das Problem dabei ist nur, dass wie bei vielen anderen Dingen, das Militär nicht so leicht zu erkennen ist, weil es sich wohl in einer Art Hüttchenspiel befindlich wähnt. Und bei diesem getürkten Spiel ist bekanntlich Tarnung alles. Geheimes verwalten und halten wird mit männlichster Tugend gewiss assoziiert - und sei es drum, dass der türkische Erstligist beim Fußball, Besiktas, in der Schweiz, in Zürich, eine Sportschule eröffnet, um talentierte Jugendspieler der Türkei dort fördern zu lassen – versteht sich, zu Fußballstars möglichst. Die Türkei, die braucht ganz dringend neue Helden! Könnte mir durchaus vorstellen, dass als nächstes noch eine Art grüne Wende, wahrscheinlich eine etwas radikalere Variante, am Bosporus ansteht – warten wir es ab!
2010 ohne Afrodite
0Da
sind wir also im Neuen Jahr!
Hatte
schon für länger nicht mehr eine Zeitung aus dem Norden Zyperns in
der Hand – gestern war es dann mal wieder so weit. Die Kibris
Gazetesi zeigte auch sogleich, was sie und die nordzyprische Sicht
über die alltäglichen Dinge zu bieten hat am Anfang des Jahres. Und
das war, um es gleich abzukürzen, etwas düster. Zu lesen war, dass
offensichtlich unter ehemaligen Befürwortern der Verhandlungen mit
dem griechischsprachigen Bruder an einen positiven Ausgang jener
Verhandlungen offensichtlich aufgehört wurde zu glauben.
Nämlich
dass die Xristofias Regierung im Süden der Insel nichts besseres zu
tun hat, als während dieser Verhandlungen ausgerechnet für einige
Zig-Millionen Euro Waffentechnologie einzukaufen, mal abgesehen von
seinen sonderbaren Statements zuweilen, will und kann im Norden
niemand weiterhin fressen oder gutheißen – gescheitert das
Verhandlungsvorhaben!
Von
daher dürfen wir uns auch auf der Insel auf eine spannend gespannte
Runde zum Anfang des Jahres 2010 einstellen. Das deswegen, weil im
April im Norden Wahlen anstehen. Zwar wird davon gequatscht, eine Art
Birkenstock für Zypern einzulegen, doch ich denke, dass wird nur die
Stricher und Huren vorort erfreuen, zu denen der eine oder die andere
Verhandlungsführende aus Frust, versteht sich, gehen dürfte. Dem
Steuerzahler sollte man das besser ersparen, den Journalisten auch
und erst recht der EU und deren Politikern.
Gewiss
gibt es die Einen oder den Anderen, der oder die finden, man liege
mit all dem Gezänke und Aneinandervorbeiquasseln im Trend der Zeit.
Man denke an den Jemen, Iran, Pakistan sowieso – und von Afrika und
seinen mörderischen Krisen spricht ja im Allgemeinen niemand
wirklich, glaube ich mitgekriegt zu haben.
Eigentlich
schade, dass Xristofias und seine Crew dumm genug zu sein scheinen,
ihre sogenannt historische Chance nicht wahrgenommen zu haben –
nicht wahrnehmen. Schade! Der Obergeistliche der Insel im Süden, der
hat sich seine Chance nicht zweimal bieten lassen. Um das Scheitern
der Verhandlungen ein und für alle Male zu sichern, hat er gleich
für 20.000 Euro ein Buch gekauft, 10.000 Exemplare. Im Buch werden
offenbar die angeblichen Folgen eines Verhandlungserfolges
(Xristofias -Talat) in düstersten Farben gezeichnet. Versteht sich,
dass dieser geistliche Herr mit dem langen weißen Bart, wie auch
seine in zumeist schwarzen Kutten gekleideten Helfer, dieses
Jahrhundertwerk in Dörfern und Kirchen des südlichen Teils der
Insel umsonst, also ohne Geld dafür zu verlangen, an die Schäfchen
verteilten – verteilt haben sollen. Ja, und so schrieb die Kibris
aus dem Norden, dass dieser geistige Hirte der griechisch orthodoxen
Zyprer sogar behauptet, für das Inselchen sein, also eigentlich das
der Bevölkerung, Kirchenvermögen zu opfern bereit wäre. Der
Großzügige!
Erst
gestern wars, auf dem Weg nach Nikosia, da sah ich einen seiner
Helfer, der fiel mir merkwürdiger Weise noch auf, wahrscheinlich,
weil das Auto so neu und schwarz war, BMW, ganz neu mit oder zum
weißem Bart, der hinterm Steuer lenkte. Was solls, das BMWchen
gehört wahrscheinlich eh ihm und nicht der Kirche beziehungsweise
der Bevölkerung?
Irgend
jemand aus der Regierungspartei im Süden hat so etwas Ähnliches
angetönt kürzlich, auch wegen der Bücherverschenkauktion, wie, er
würde das Vermögen der Kirche demnächst am liebsten verstaatlichen
– ganz kommunistisch eben.
Die
Sonne scheint aber zum Glück noch immer auf der Insel und im Neuen
Jahr – für uns alle, vielleicht außer denen hinter Gittern, wo ja
nicht alle hinkommen sollen. Ja sogar Regen fällt. Könnte sich noch
herausstellen, dass die Insulaner sogenannte Gewinnler der
Umweltkrise sein werden – wir glücklichen. Weil so schön viel
Regen und zu dieser Zeit hat es schon lang nicht mehr gegeben –
Gott soll ja mit den Bescheidenen und Rechtschaffenen sein. Stimmts?
Das
Inselgesicht ist derzeit so wunderschön schweizerisch grün, man
glaubt es kaum – welch himmlische Fügung. Es könnte eigentlich
alles so schön hier vereint und kunterbunt schön sein. Aber wie wir
alle leider wissen, wurde auf der Insel kein Wald belassen, also
jedenfalls nicht so wirklich viel, nicht annähernd so viel, wie da
sein müsste oder könnte. Daher darf deswegen rückgeschlossen
werden, dass eine gewisse Holzkopfmentalität einiger an der Macht –
hüben wie drüben – diesem Phänomen wohl gutgeschrieben werden
darf oder muss. Irgendwo muss das Holz doch sein beziehungsweise
kompensiert werden, welches der Beton wohl ersetzt.
Sonntag
ist gerade. Da knallt es halt da draußen aus den Büschen und
Sträuchern ohne nennenswerten Wald als Versteck für die Fauna in
der Nähe oder sonstwo. Aber noch nicht ganz wie in Afghanistan
knallts, auch nicht, wie, schätze ich, 1963 oder 1974. Die Jäger
sind nämlich unterwegs. Sind wahrscheinlich als so eine Art getarnte
Soldateska auf Manöver zu verstehen, weil der Militärdienst von 2
Jahren oder so soll ja zeitlich gekürzt werden oder worden sein. Der
Oberste des Militärs hier im Süden, wo die uns allen bekannte
Afrodite in der Antike gewütet haben soll mit Liebeskunst, meinte
nach Kibris Gazetesi so etwas wie, dass ein Abzug des Militärs aus
Griechenland von der Insel nicht in die Tüte käme. Wo kämen wir
auch hin, wenn die armen jungen Leute ihren Militärdienst woanders
als hier versehen müssten und woanders als hier vor langer Weile in
der Nase bohrten? Gestern, als ich zufällig drüben im Norden war,
da sah ich auch wieder viele junge Leute. Die kamen gewiss
mehrheitlich aus der Türkei und waren zivil angezogen – auf
Ausgang. Das waren bestimmt türkische Soldaten, die eigentlich auch
gelangweilt in der Nase bohren, denke ich, wenn sie unbeobachtet
Wache schieben, dort, wo man sich auf der Insel einst, 1963 und/oder
1974, unbedingt gegenseitig ausrotten zu glauben musste. Letzteres
ist aber bekanntlich nicht gelungen, auch wenn recht viele
unzyprische Leute hier leben – Leute wie ich, die genealogisch
angeblich oder wirklich nichts mit den Insulanern zu tun haben oder
haben sollen. Und wenig Zweifel besteht, dass die
griechischsprachigen Zyprer diesen genealogischen Horrortrip damals
begonnen haben. Klar doch, dass die türkischen Zyprer daher das
Waffenkaufen der Zyprer aus dem Süden und seltsame beharren auf
seltsamen Positionen und Behauptungen in der Neuzeit wenig
vertrauenswürdig und lustig finden.
Vielleicht
sollten ja wir, die sogenannten Ausländer, die hier inzwischen leben
wie Zyprer, mal in Aktion treten. Wird aber leider auch nicht
passieren, denke ich. Die meisten sind nämlich im Rentenalter oder
Soldaten aus Großbritannien. Nicht, dass Rentner politisch nicht
etwas bewirken könnten! Doch ich denke, die werte Rentnerschaft hier
würde wohl eher vorziehen, wegzuziehen, als sich auf derartig
zermürbend langweiliges Zeug einzulassen.
Wie
in der Schweiz, möchte ich noch zum Schluss bemerken, ist die
Finanzkrise noch keinesfalls ausgestanden. Angeblich hatte diese die
Insel ja nicht getroffen. Die Wahrheit indes kommt nun aber doch
klickerlesweise an die Wasseroberfläche, genau dort wahrscheinlich,
wo Afrodite aus einer Art Schaumding dem Wasser des Mittelmeers
entstiegen sein soll, eben um zu lieben oder Liebe zu verbreiten oder
was auch immer genau es war, was die in der Antike sich unter diesem
Begriff dachten – oder die, die von Vereinigung der Inselhälften
auf der Insel sprechen im Jahr 2010.
Schönes
Neues Jahr!