Reiseempfehlungen für Reisen aller Art
Türkei
Türkeireisen Badeurlaub in der Türkei
Papst in Zypern 4.6.10
09. Mrz
Demnächst kommt also der Segen aus dem Vatikan höchst persönlich vorbei hier auf der Insel – versteckt schon mal eure Knaben?
Nein, nein, Scherz beiseite, es ist noch Zeit, nämlich am 4. Juni lassen die Insel in knabenfrischem Lichte erglänzen, der Herr Papst, der einst aus Regensburg in Deutschland kam – katholisch, versteht sich, lässt er erfreute Knabenwänglein glänzen.
Nun, was ansonsten noch die Knäblein angeht, die ja sogar im schönen Regensburg, wo der Baba, wie der Papst hier nicht nur von Knäblein auf der Insel liebevoll genannt wird, einst zu residieren geruhte, hat man also auch offenbar das Normalste von der Welt getan zu seiner Amtszeit – nämlich, dass sich Männer geschlechtlich untereinander annähern.
OK, ich gebe gern und schnell zu, dass das Normalste, von dem ich sprach, dann halt nicht mehr so normalst ist, wenn erwachsene Männer mit minderjährigen Knäblein zu Gange sind – ihre Position schändlich ausnutzen. Schändlich darf hier ruhig gesagt werden, denn ein Seelsorger ist ja nicht unbedingt ein Sex-be-sorger, und das auch noch mit Gewalt. Die letztere war wohl nicht immer so gegeben oder im ‘Spiel’, doch halt dennoch immer wieder.
Die Frage ist doch wohl nun, wie das alles denn wohl auf der Insel aufgenommen wird. Bislang sind noch keine so genannten Fälle bekannt, nicht dass ich davon mitgekriegt hätte, was mich wiederum schon mehr als stutzig macht. Sehen wir also mal, wie die Presse, in diesem Fall die Fileleftheros, sich dem Papstbesuch annimmt. Sie schrieb letzten Freitag:
"Der katholische Tempel von Timiou Stawrou wurde 1900 mit Geld der spanischen Krone erbaut. Deswegen zieren die Wände Malereien der spanischen Krone. Außerdem muss seit 1972 der Abt der Monasterie ein Spanier sein – wie ein Vorrecht oder eine Steuer, die an die Krone zu entrichten ist, für den Fall, dass sich die Franziskaner Zyperns der Leitung des franziskanischen Bischofsamtes in Jerusalem unterwerfen. Dort (im Tempel) werden jeden Sonntag 4 Lithurgien abgehalten, wobei allerdings der Tempel für die Öffentlichkeit geschlossen bleibt. Daneben befindet sich eine Monasterie, die 1600 erbaut wurde, eine Ruine, die bis heute noch bestand hat. Täglich befindet sich der franziskanische Priester der Kirche Pater Omberto dort im Tempel.
"Die franziskanischen Mönche sind in Zypern seit 1200. Der heilige Franziskus kam über Zypern aus Italien, um nach Ägypten zu reisen 1219. Er ging, um den Sultan zu treffen. Er hinterließ 2-3 Mönche hier und seitdem sind die Franziskaner hier. Pater Omberto erklärt (des weiteren) die Histore der lateinischen Kirche in Zypern. Er selbst ist in Zypern schon seit 20 Jahren. "Nachdem die Franziskaner von Ägypten gegangen waren, war Zypern immer ein Land, welches die Franziskaner besuchten, besonders zur Zeit der Verfolgung im Heiligen Land. … Wir gingen, als die Türken kamen 1571, sie verfolgten alle Bewohner der Insel, außer den Maroniten und den Orthodoxen. Alle Katholiken sind (damals) abgehauen: Venezier, Dominikaner, Franziskaner. Die Franziskaner kamen 20 Jahre später (bereits) zurück. Hier gab es eine winzig kleine Kirche, wir wissen nicht genau wo, weil wir keine Berichte haben. Sie war irgendwo in der Nähe der Monasterie. 1646, hinter der Kirche, begannen die Arbeiten an einer Schule "Terra Santa!" Diese war hier inbetrieb bis 1955, dann wurde das neue Gebäude errichtet. Sie ist die älteste Lehranstalt Zyperns. In der gleichen Gegend, einige Meter weiter unten, befand sich auch die Schule "Saint Joseph!" Sie ist sehr bekannt gewesen in Zypern, und zwar als Schule der Kologräon. Eben weil sie so bekannt war, gingen hier Schülerinnen aus allen Landesteilen zur Schule. Angesehen als eine der besten Schulen Zyperns war sie für Mädchen und wurde betrieben seit den 1880er Jahren bis über viele Jahrzehnte. Bis 1974 war der Speisesaal inbetrieb, der heutzutage als Fremdenzimmer für befreundete Arbeiter aus der Fremde dient, die nach Zyern kommen, um zu arbeiten." Nach Meinung Pater Ombertos ist die Schule jetzt im Eigentum der französichen Botschaft. "Dahinter befindet sich die Monasterie der Kalogräon, wo heutzutage 4 katholische Möche wohnen. Dort gibt es heute Arbeitsplätze an Computern und einen Ort zum Erwerb von Fremdsprachen für Fremdarbeiter, die hierher sonntags kommen."
xristofias zum stand der dinge
06. Mrz
Die Stütze der internationalen Gemeinschaft für die Vorschläge zur Lösung der Zyernfrage ist gegeben, sagte der Präsident der Demokratie, Herr Dimitris Xristofias. Er endete damit, die Rede des türkischzyprischen Führers, Mehmet Talat zu bekritteln, da der entgegen dem, was beschlossen worden war, nicht mitteilte, was er (den Medien) mitteilen werde. Xristofias sagte: "dies ist wegen der inneren Verbrauchtheit, weil Talat hat Wahlen anstehen. Daher gibt er Dinge preis, die wir, um einen Fortschritt zu erzielen bei den Verhandlungen, nicht mitteilen wollten. Das ist eine Wahrheit.. Wir (die griechische Seite) haben das nicht mitgeteilt, weil wir abgemacht hatten, das nicht mitzuteilen. Mehr oder minder, steht dies alles zum Gebrauch bereit und ich würde nicht wollen υπεισέλθω (das Wort gibts in keinem der Lexikon) sein Spiel: was war vereinbar und was nicht? …
Auf die Frage, ob er etwas zum 30. März sagen könne: …. Wenn wir hier und später anfangen zu bewerten, wie zufrieden der Faktor internationale Gemeinschaft ist und wie der internationale Faktor zufrieden von uns ist, dann verlassen wir den Kernpunkt. Der Kern ist aber, dass wir die Initiative wieder aufnehmen. Der Nationale Rat hat mehrheitlich diese Wiederaufnahme genehmigt und gebilligt. So machen wir weiter, obgleich es Meinungsunterschiede gibt: wie die, ob wir erfolgreich voranschreiten oder nicht dabei.
Und dies sehr wohl ist zweitrangig. Es ist allerdings wahr, dass die Türkei ein Hindernis darstellt, bezüglich unserer Anerkennung, um noch besser voranzukommen (bei den Verhandlungen). Das Ziel ist, die Zypernfrage auf einem richtigen Grund zu lösen. Diesen Grund stellt der Beschluss der Vereinten Nationen wiederum dar. So auch die Prinzipien des Internationalen Rechts, die Werte der EU und, selbstverständlich, vergessen wir nicht die gesellschaftliche Verbundenheit der griechischen und türkischen Zyprer für eine Lösung der Zypernfrage: eine bizonale, bikommunale Bundesrepublik. Das ist, was diskutiert wird in all den Dokumenten bezüglich der Zypernfrage." (5.3.10, aus der grafeio tipo: www.moi.gov.cy
http://www.moi.gov.cy/moi/pio/pio.nsf/index_gr/index_gr?OpenDocument
Knast
28. Feb
Ismet Berkan schreibt in der Radikal über die ‘wunderbaren’ Zustände in der Türkei, genauer, über die Tatsache, dass über 100.000 Menschen dort im Knast schmoren, und noch kein Urteil gefällt wurde. Er berichtet von einer Journalistin, Aylin Duruoglu, die nach 302 Tagen wieder aus dem Knast kam, nachdem sie dann endlich mal einem Haftrichter vorgeführt worden war. Bekanntlich sind derzeit auch einige ranghohe Armeeangehörige an die Reihe gekommen, mal die Zellen der Zivilgesellschaft zu belegen. Berkan begründet das Lange-in-Haft-Sein-ohne-Urteilsspruch damit, dass so ein Vorgehen in der Türkei “tedbir”, also eine Maßnahme sei, die offensichtlich nicht gegen den Buchstaben des Gesetzes verstößt. Derart könne vermieden werden, dass Beweismaterial vernichtet werde oder die Flucht eingeschlagen wird – und das Leute, die nicht so denken wie diejenigen an der Regierung, sich die Verhaftung von prominenten, aufmüpfigen Figuren schon mal als Warnung nehmen und entsprechend kuschen, möglichst, bevor es auch sie trifft.
Zwar gebe es die Möglichkeit, viele dieser Inhaftierten aus den Knästen zu lassen und ihnen aufzuerlegen, sich beispielsweise ein Mal die Woche bei der Polizei zu melden. Das werde aber in der Praxis äußerst selten so gemacht.
Und für all die, die vor haben, in der Türkei Urlaub zu machen, erwähne ich, dass Berkan des weiteren schreibt: “In unserem Land geben die Richter eine Verhaftungsaufforderung sehr schnell raus. Ein konkretes Beispiel mag ich nicht geben, da die Fälle noch am Laufen sind und ich nicht als jemand, der sich da direkt einmischt, auftreten mag. Doch es gibt konkrete Beispiele, welche auf neue Fälle durchaus anwendbar sind: Also: Zuerst bekommt der Staatsanwalt eine namenlose Anzeige bezüglich Ihrer Person. Der Staatsanwalt stuft die darin befindlichen Anschuldigungen als ernstzunehmend ein und beginnt daraufhin seine Untersuchungen Ihres Falles. Gibt es einen geheimen Zeugen, der die Behauptungen wiederholt, finden Sie sich im Knast wieder. So einfach ist das. Ich behaupte, dass ist das beklemmenste und wichtigste Problem im türkischen Justizsystem! Also die Angelegenheit, dass die Verhaftung einer Person leicht erfolgt, und wenn sie verhaftet ist, der Verhaftete nur schwerlich und nach langer Zeit seine Verhaftung wieder aufheben kann.”
Nun, für all diese Betroffene, die in türkischen Knästen schmoren, hat sich Hillary Clinton jedenfalls nicht stark gemacht, als sie in den USA die Türkei vor Anwerfungen letztens schützte. In den Staaten wird nämlich am 4. März 2010 darüber befunden, ob damals die Angelegenheit mit den Armeniern ein Völkermord war oder nicht,genauer: welchen Sprachgebrauch Washington zukünftig diesbezüglich an den Tag legen wird. Wie zu lesen ist in der türkischen Tageszeitung namens Radikal, verteidigt die Clinton die Türkei auch gegen Anschuldigungen eines gewissen Steve Israil im Abgeordnetenhaus, der findet, die Türkei blockiere in Sachen Zypern und beim Öffnen der Schule zur Ausbildung von Priestern der Ostkirche in Istanbul, wo sie, die Türkei, wenig dafür tue – und sie habe sich gefährlich nah dem Iran genähert, dessen Bemühungen in Sachen Atomkraft von Erdogan und dessen Männern klein geredet würden. Ganz zu schweigen von Darfur, wo Erdogan wissen ließ, dass Muslime solche Verbrechen nicht begingen.
Immerhin und zum Glück haben es die Europäer geschafft, in gewisser Weise anwaltlich, den Schweizern etwas unter die Arme zu greifen – versteht sich, das offensichtlich nur, weil die Schweizer den Sack derart zugezogen hatten, dass die EU eigentlich nicht mehr viel anders reagieren konnte – die Einreisesperre für Lybier in den Schengenraum ist gemeint.
Leider hat der gute Onkel Ghaddafi nicht so reagiert, wie man wahrscheinlich irgendwo erwartete in Brüssel und Bern. Obwohl man hätte wissen müssen, dass der Lybier immer ein Tick exzentrischer ist als man es erwartet. Nun hat er also den Tschihad ausgerufen. Die Schweizer, wenn es hier richtig verstanden wird, sind jetzt also vogelfrei. Sehr ernst, wie ich von Schweizern hier auf Zypern vernehme, nimmt das offensichtlich niemand. Dennoch, da ist noch der eine Schweizer in Haft in Lybien. Der löffelt die Suppe all dessen jetzt wohl nicht nur symbolisch aus.
Rein gar nicht symbolisch dürfte die Inhaftierung des einzigen türkischen Popstars, Tarkan, bleiben. Kann gut sein, dass sie ihn bald wieder laufen lassen. Hätten sie vielleicht schon getan, wenn er sich nicht vor nicht all zu langer Zeit eher regimekritisch geäußert hätte – was kokst er auch herum, und das in der Türkei. Istanbul scheint, nach dem was ich so höre, voll zu sein mit dem Zeug, erhältlich an nahezu jeder Strassenecke in Aksaray und Beyoglu etc. und in Gebrauch von Menschen, denen man das nie zugemutet hätte. Kann gut sein, dass der Tarkan nun dafür mitbrummt, die Hüften in der Vergangenheit und auf der Bühne zu sehr geschwungen zu haben, zu sehr mit dem Gerücht bisexuell oder ‘mehr’ zu sein ‘gespielt’ hat.
Zuguterletzt noch, was Scheich Nazim Kibrisli zu sagen hatte zu den Opfern der starken Regenfälle hier auf der Insel – und vielleicht findet er, wer weiß, dass sich das auch auf andere Vorfälle dieser Art anwenden lässt: “Die Menschen haben den Weg Allahs verlassen. Sie wissen noch nicht mal, welchen Weg sie eingeschlagen haben. Die Moscheen sind total leer, die Nachtclubs, Puffs, Bars und Spielcasinos sind voll mit Leuten. Dieses Unwetter ist ein Warnung Allahs. Wenn er will, kann er die Insel auf einmal mit Wasser überschwemmen. Er hat die Insel ohnehin bereits mehrmals untergehen lassen. Die Moral der Menschen ist zerrüttet. Sie sind beschmutzt, in Teile aufgelöst… Auf der Insel müssen die Zinsen aufgehoben werden, die Steuern gesenkt und ermöglicht werden, dass die Menschen wieder ungestört Luft holen können. … Die Menschen wie auch die Regierung müssen auf den Pfad Gottes zurückkehren …!” Der Scheich wohnt im Norden der Insel. Viele Deutsche gibt es, die sich dort hinbegeben, um ihm zu huldigen, oder mit ihm Allah zu huldigen. Letzteres ist zu verstehen, wie es einem passt.
In den Knast werden sie den Scheich wohl nicht stecken wegen seiner Äußerungen und eventuellen Machenschaften. Ist ja auch wahrscheinlich zu alt und, denke ich, das könnte mindestens so schlimm werden, als wenn der Erzbischof im Süden mal etwas eingesperrt werden würde, der durchaus auf seine Weise Gründe dafür liefert, manche sagen, am laufenden Band!
Wie im Knast ist es eigentlich, derzeit hier auf der Insel auf dem Land zu leben. Zum Ende der viel zu langen Jagdsaison wurde dieselbe nämlich von zwei Mal wöchentlich auf jeden Tag ballern-dürfen erweitert. Es ist, denke ich, zu gefährlich, durch Wiesen, Felder und Berge zu streifen – weil, man weiß ja nie!
Xairetismata
25. Feb
Februar ist demnächst schon wieder vorbei. Noch immer bin ich in Zypern. All zu viel mitkriegen, tu und mag ich nicht. Ich lerne Griechisch!
Gestern fing ein Streik der Tankstellen an im Inselsüden. Der soll angeblich nicht länger als 8 Tage dauern dürfen – Gewerkschaft und so. Der Grund des Streiks scheint, nachdem, was ich im Fernseher zu verstehen glaube, eine Steuererhöhung fürs Petrol der Regierung zu sein.
Ja, die Krise scheint nun doch so langsam anzukommen, auf der Insel, wo anscheinend alle Städtenamen weiblicher Natur sind, auch wenn sie mit männlicher Endung enden. Afrodite lässt grüßen, denkt man da gewiss sofort.
Ich werde nicht der Einzige sein, der eigentlich nicht weiß, welchen Stand die so genannten direkten, ja sogar intensivierten Gespräche der beiden Inselhäuptlinge erreicht haben – es glaubt ja eh nicht wirklich jemand daran, hat es den anschein, dass dabei doch noch was rauskommen könnte, was als Lösung bezeichnet werden könnte. So viel ich weiß, ist die einzige zeitliche Begrenzung des Gelabers der beiden lediglich die bevorstehende Wahl im Norden. Bekanntlich wird Talat, einer der Häuptlinge, dann seine Position verlieren.
Ein bisschen mehr als sonst hat es geregnet dieses Jahr. Die Insel ist recht grün, wirklich schön, zum ersten Mal – für mich. Hör gerade, jemand scheint dem türkischen Premier, Erdogan, einen Schuh, a la Bush, entgegen geworfen zu haben. Den Schuhwerfer, den möchte ich jetzt jedenfalls nicht sein: Au! Aua! So ähnlich wird der sich wohl in nächster Zeit zu Worte melden.
Doch, richtig grün ist es und es gibt offenbar schon Leute, die sich ins Wasser des Meeres trauen. In den Norden gehe ich gelegentlich auch wieder, dies, zumal ich neuerdings knapp 2 Steinwürfe oder etwas weiter, vom Grenzübergang der Ledrastrasse (Lokmaci) beheimatet bin. War eigentlich eine gute Wahl, denke ich, dort hinzuziehen. Könnte mir inzwischen gar nicht vorstellen, etwa in einem Vorort von Nikosia zu wohnen – z.B Strovolos, wo die Bürgersteige vielleicht gar nicht wieder runtergeklappt wurden.
Hier in der Altstadt wird zumindest etwas wie städtisches Leben simuliert. Zwar ist das mit dem Parken eines Autos hier so eine Sache, aber wenn man wie ich bereit ist, 5 Minuten Fußweg einzulegen, findet sich eigentlich leicht etwas.
An der Grenze, die sind immer noch ziemlich entspannt, die Herren und Damen in Uniform. Ich halte aber dennoch immer aus dem Norden zurückkommend meinen Personalausweis dem Südler in Uniform hin, so dass man mich nicht unnötig zurückpfeift – andere Leute, wahrscheinlich die meisten, gehen an dem oder an ihr einfach so durch.
Mir wurde vor kurzem verbraten, dass eine Lehrkraft hier an der Süd-Uni innerhalb von 3 Jahren in griechischer Sprache unterrichten soll können. Bedenkt man, dass diese Person auch noch ein Arbeitspensum zu bewältigen hat alltäglich und das vorerst auf Englisch, dann muss, finde ich, diese Person so eine Art Einstein sein, um diese Anforderung zu erfüllen. Oder aber, wie die meisten Frauen bei mir im Griechischkurs, den ich an der Uni nehme, mit einem Zyprer verheiratet oder befreundet sein. Mir scheint aber das auch keine große Garantie auf erfolgreiche Teilnahme zu bergen, sonst wären sie wohl nicht im Anfägerkurs mit mir.
Ja, ich bin mal wieder Anfänger, der ewige Anfänger. Kann damit eigentlich ganz gut leben, muss ich sagen. Es gäbe sogar leibhaftige Zyprer, mit denen ich, wahrscheinlich täglich, Zyprisch-Griechisch quasseln könnte, doch irgendwie bleibt dazu recht wenig Zeit. Hat damit zu tun, dass ich noch immer in dem Buch über Filippos, den Vater Alexander des Großen, lese, welches ich vor Monaten in Athen kaufte, welches aber nicht immer aufgeschlagen wurde – in letzter Zeit aber schon ziemlich oft. Interessant, was da so alles gelaufen zu sein scheint in jener Zeit.
Ins Goethe Zentrum habe ich es immer noch nicht geschafft. Karneval ging auch spurlos an mir vorbei. Weiß nicht, ob jemand von den Inselgriechen die Fastenzeit einhält – denke schon. Nur kennen tu ich solche Leute leider noch nicht.
Doch immerhin, zu meiner Überraschung gibt es auf dem Kampus der Uni eine Kirche. Dort gibt es solche Mitbürger gewiss. Daran ging ich täglich, seit 4 Wochen vorbei, ohne mir groß etwas dabei zu denken. Ich bin eben schnell damit, Dinge, die so meine Umwelt zu sein haben, einfach so hinzunehmen, wie sie nun mal sind. Nun, letzten Freitag wars, kurz vor 21 Uhr, da sah ich doch glatt nicht all zu wenig junge Menschen andächtigst darin eine Messe halten – also der vorne in der üblichen Verkleidung tat das. Finde ich durchaus bemerkenswert , dass dort so fromm Messe gehalten wird, und lässt mich nicht nur jetzt fragen: wieviel Macht hat die Kirche wirklich auf der Insel? Die ist ja eh gegen ein Sich-Verständigen mit den Türken.
Fußball wird in Zypern sogar gespielt und darauf gewettet. Immer mehr WEttbüro gibts. Ärgerlicherweise ist Geplapper über Füßball neuerdings stets dann im Radio, wenn ich darin gen Uni fahre – und einen anderen Sender, weil das habe ich schon mehrmals probiert, den kriege ich bei dem Radio, der in der Karre ist, nicht rein: RIK1.
Es fehlt eigentlich nicht mehr viel, verehrte Leser, bis ich mein Vorhaben hier für Kleinasien umsetze, und einfach aus zyprischgriechischen Zeitungen vorrangig übersetze. So halt ich Sie informiert und mache mich fit im Griechischen und womöglich Türkischen.
Da die Syrer anscheinend immer lieber werden, weil die USA hofiert die und die EU sowieso, könnte es durchaus sein, dass ich mir aus einer der dortigen Zeitungen auch hin und wieder mal einen Artikel greifen werde.
Mir fällt bei bestem Willen nichts mehr groß ein – vielleicht gehts mir zu gut?
Xairetismata!
Verloren oder was?
11. Feb
Die Wahlen stehen an – und ich weiß noch nicht, ob ich hingehen werde. Istanbul schwimmt – und ich weiß nicht, ob ich wegen der verfehlten und längst bekannten falschen Siedlungspolitik noch groß Mittleid, oder so etwas, aufbringen kann für die Betroffenen, die Opfer. In Zypern, da weiß ich gar nicht so recht, wie der der Stand der Dinge ist – und ich frag mich, ob das überhaupt jemand interessiert?
Dass die Deutschen in Afghanistan einen Krieg führen, glaube ich, schon vor Längerem hier im Block so benannt zu haben. Dass der deutsche Verteidigungsminister noch immer von allem Möglichen, aber eben nicht Krieg spricht, spiegelt die Arroganz mit der Zivilisten halt mal schnell so als Kollateralschaden herhalten müssen wider – sind ja keine Europäer, keine Deutschen!
Angeblich tut sich etwas in der türkischen Kurdenpolitik – angeblich. Es geht bereits das Gerücht, dass die AKP-Regierung diesen Anschein gibt – so wie auch in Sachen Ermenien -, weil man sich entschlossen hat, zuerst mal den Feind im Inneren kaltzustellen. Nein, nicht die Kurden. Viel naheliegender: die Medien, insbesondere die Dogan-Grub. Dass sind die Leutchen, die Milliyet und Hürriyet unter anderem herausgeben. Die sollen jetzt eine Steuerschuld von über ein paar Milliarden Türkischen Lira bezahlen. Keine Ahnung, ob das gerechtfertigt ist. Wie man liest, scheint der Betrag zu hoch gegriffen. Man darf gespannt sein, ob die Dogan-Grub wirklich dicht macht. Die Europäer, wird gesagt, würden dann wohl ein Auge zudrücken, da sich die Türkei vielleicht nicht in der Kurdensache, wohl auch nicht in der Ermenienangelegenheit, aber vielleicht halt doch dann in Sachen Zypern besser erpressen oder bewegen ließe – oder aber endlich mal anfängt, sich mit dem Iran in die Haare zu kriegen?
Ja, dem Außenminister der Türkei, dem Wunderkind Davutoglu, ist sogar schon aufgefallen, dass angeblich oder wirklich demnächst ein Atombömbchen beim schiitischen Nachbarn aus der Erde wachsen könnte wie die vielen Atatürkdenkmäler in der Türkei, die ebenso sagen: die Hegemoniale Gewalt in der Region das sind Wir, in dem ersteren Fall also der Iran! (Türken, die etwas von sich halten, sprehen von sich in ihrer Sprache nämlich gern und schnell im Plural). Außerdem hat und hatte die Türkei ja durchaus noch immer Träume von sich selbst als regionaler Großmacht – mindestens!
Nicht ganz ersichtlich ist, welche Positionierung Russland bei all dem einnehmen wird, letztlich. Letztlich kommt es ja vor allem auf Russland an – und dann erst auf die USA. China, welches sich nun immerhin in Serbien tummelt und dort die Rüstung unterstützt, könnte insofern durchaus über diesen ‘Umweg’ noch intensiver sich den zyprischen Freunden auf der griechisch sprachigen Seite der Insel annehmen. Die haben vor kurzem ja schon unterwürfig Klinken geputzt in Peking und werden sich zukünftig gewiss freundlicher gegenüber ihren chinesischen Mitbewohnern geben, die einst, vielleicht noch immer, im Ruf standen, vor allem als billige Sexlieferanten zur Verfügung zu stehen, und versteht sich, als Hausmädchen. Viele dieser chinesischen Frauen haben es aber geschafft, sich ihren Yorgos zu ehelichen, ihre Firma zu gründen mit oder durch diesen Yorgos und der zuvor hier aufgezeigte politische Aufwind, könnte dazu führen, dass sie den reichlich vorhandenen und gut etablierten Russen auf jener Inselseite in Zukunft noch viel Konkurrenz bereiten werden.
Von daher ist schon interessant zu sehen, zu spekulieren, wer denn nun wohl bitte den Nordteil der Insel wirklich abkriegen wird: Europa? Das steht noch nicht sicher, auch wenn die sich diesen Teil – dumm, dumm war’s – schon glaubten, einheimsen zu müssen. Sind halt nicht mehr auf der Höhe der Zeit, die Europäer. Bester Beweis ist der Einsatz in Afghanistan, wo sie aber auch gar nichts verloren haben. In der Schule muss man doch auch von einer zur nächsten Klasse gehen und kann nicht einfach eine überspringen, außer man ist supergut und so. Das aber sind die Europäer schon längst nicht mehr im internationalen Vergleich. Die so genannten Anderen haben aufgeholt: Indien, China, Brasilien etc.
Die Wahlen in Deutschland? Den Piraten sollte ich vielleicht meine Stimme geben. Die CDU/CSU gruselt mich. Wenn ich die schon von Afghanistan quatschen höre, dann wird mir nur noch schlecht und vor allem Bange. Die SPD mag ich derzeit nicht. Bekanntlich habe ich ein Problem mit Steinmeier, den ich ums verrecken nicht abkann – zu techno-bürokratisch, zu geschliffen und glatt, zu kalt und ruft daher schlimmste Bilder in mir hervor. Was den Guido angeht, der sitzt halt mit diesen Leuten im Boot, die nur noch und noch immer nur Dollarscheinchen in der Pupille haben – letztlich für diesen Blödsinn über die Klinkespringen lassen, mal kurz so und überhaupt, warum auch nicht, denken die sich. Die Linke? Leider hatte ich mich mal in der PDS Neukölln umgesehen für eine relativ kurze Zeit: korrupt, verlogen, karrieregeil, daher sind sie mir unheimlich. Von den Rechten brauche ich wohl nicht zu schreiben, weil die wählt ja keiner. Die Grünen? Kein Kommentar. Dann vielleicht die Piraten. Die kenne ich eigentlich gar nicht. Habe bislang nur ein orang-farbenes Plakat von denen in Erinnerung, irgendwo vor kurzem in Neukölln gesichtet, weiß nicht mehr, was drauf stand, ein netter Spruch jedenfalls, wo ich dachte: ha, die könnten es doch einfach mal sein. Dann ist die Stimme zumindest nicht völlig verloren. Und wenn Obama seine doofe Gesundheitsreform so abwürgt, dass da nichts mehr von seinen Versprechungen übrigbleibt, so etwas wie ein Krankenversicherung für jeden zu ermöglichen, dann zieht euch -auch in Deutschland - warm an!